Der “Jama-Rek” Heilpflanzen- & Permakulturgarten

Das Leben im Heil- und Schulungsgarten Jama-Rek (Wolof für „nur Frieden“) begann 2004 auf einem ca. 0,5 ha großem Grundstück. Jens Hauck kaufte damals das Gelände mit tatkräftiger Unterstützung von Mactar Gaye. Auf der Suche nach einer Alternative zu den herkömmlichen Malariatherapien, entdeckte er bei einer Reise in den Senegal Artemisia Annua als natürliche und selbst herzustellende Malariatherapie und Prophylaxe. Das war die Initialzündung für erste Projekte im Bereich des Anbaus von Heilpflanzen. Der Garten ist seit Gründung von Sarsarale e.V. im Jahr 2009 ein wichtiges Projekt der Vereinsarbeit und dient als Projektwerkstatt, Treffpunkt sowie Ausstellungs- und Lernort. Er hat sich seitdem als ein Versuchslabor für nachhaltige Ideen etabliert und dient vielen weiteren Vorhaben als Veranstaltungsort, so z.B. dem interkulturellen Austausch oder Projekten der Frauenermächtigung. Der vormals am Stadtrand gelegene Garten bildet heute zudem eine kleine Oase in der expandierenden Gemeinde von Kafountine.

Der Jama-Rekk Garten versteht sich als lokales Versuchs- und Bildungszentrum im Bereich der Permakultur, sowie der Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien. Der umweltverträgliche und nachhaltige Anbau von Heilpflanzen und deren Verarbeitung werden hier ebenso betrieben und demonstriert wie deren angemessene Anwendung. Angebaut werden eine Reihe an „Apothekenpflanzen“ wie Artemisia Annua, Moringa Oleifera, Aloe Vera u.v.m., außerdem Obst und Gemüse. Der Garten ist eine offene Einrichtung, die der ganzen Bevölkerung zur Verfügung steht. Interessierten Besuchern wird die medizinische Wirkung der Pflanzen erklärt, außerdem werden die Arten des Anbaus, der Verarbeitung, der Trocknung und Verpackung als natürliches Arzneimittel demonstriert.

Die Vermittlung einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Daseins- und Wirtschaftsweise bildet einen zweiten thematischen Schwerpunkt unseres „Nachhaltigkeitslehrpfades“. Im Garten laufen möglichst alle Prozessschritte unter Einsatz erneuerbarer (nicht fossiler) Energieträger ab. Das für die Bewässerung der Pflanzen und den Alltag der Mitarbeiter notwendige Wasser wird mit einer betriebenen Pumpe gefördert. Weitere Aspekte des Nachhaltigkeitsgedankens betreffen den Pflanzenmaterialtrockner (ein Solartunneltrockner), sowie Strategien zur Müllvermeidung. Wir legen ein besonderes Augenmerk auf Hygienestandards im Alltag, sowie bei der Bewirtschaftung und Zubereitung der angebauten Pflanzen. Ein Ofen zur Restmüllverbrennung ersetzt die sonst übliche offene Verbrennung mit ihren negativen Folgen und verwertet dabei die entstehende Abwärme. Insbesondere marginalisierte und subsistenzwirtschaftende Teile der Bevölkerung profitieren von diesem „Schaugarten“: „Vergessene“ Gemüse und Arzneipflanzen werden wiederentdeckt, der Anbau der Pflanzen unter Verzicht auf Kunstdünger und unter Einsatz biologischem Schädlingsschutzes im Sinne der Permakultur wird erlernt. Hierdurch steigt der Ertrag selbst kleiner Gärten nachweislich. In Folge sinkt die Abhängigkeit vom externem Marktgeschehen; das hautnahe Erleben des Nachhaltigkeitsgedankens zeigt alternative Möglichkeiten des Wirtschaftens jenseits falsch vorgelebter Modelle auf. Wir versuchen Stoffkreisläufe zu schliessen und mit der Natur zu arbeiten, anstatt gegen sie! In den letzten Jahren gab es etliche Kooperationen und Veranstaltungen mit lokalen Partnern, so z.B. mit den Schülerinnen der lokalen Berufsschule für Mädchen Satang-Jabang, die den Garten als Ausbildungsort nutzten.

Sarsarale e.V. und Jama-Rek sind eng miteinander verknüpft: ein Großteil der geleisteten Vereinsarbeit von Sarsarale e.V. erfolgt zu Gunsten des Jama-Rek Gartens. So entsendet der Verein Praktikant*Innen und Student*Innen in das Projekt und unterstützt diesen aktiv. Die daraus resultierende enge Verflechtung beider Einrichtungen macht es zu einer Herausforderung, den Jama-Rek Garten als eigenständigen Projektträger zu bezeichnen, wobei der Garten immer mehr auf eigenen Füßen zu stehen beginnt.

Corona hat es für uns nicht einfacher gemacht. Mit den neuen Projekten des PermaFoodForests und des Waldgartenprojektes sind wir am Rande unserer Leistungsfähigkeit und suchen für das weitere Bestehen des Heilpflanzengartens dringend:

Wanted: Projektmanager*Innen für längere Aufenthalte im Jama Rek-Garten bzw. Vereine oder Organisationen, die den Garten mit uns gemeinsam betreiben und nutzen wollen. Nehmt gern Kontakt auf: jens@sarsarale.org

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Impressionen aus dem Jama-Rek-Garten