11. Juni 2017

Pflanze der Woche: Fagara zanthoxyloides / Bafe (Mandinka) / Toothache Bark (engl.)

Fagara zanthoxyloides – in der Casamance hauptsächlich als „Bafe“ (Mandinka) bekannt – ist ein in Westafrika weit verbreiteter, bis zu zehn Meter hoher Baum aus der Pflanzengattung Zanthoxylum (Gelbholz) aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Er gedeiht in Savannen, Trockenwäldern, im Küsten-Dickicht und auf Termitenhügeln – hauptsächlich in Küstenregionen und auf dem Flachland.

Fagara zanthoxyloides ist eine Heilpflanze, deren anti-mikrobielle, tumorbekämpfende und antianämische Wirkungen bestätigt sind. Wurzel, Rinde und die aromatischen Blätter wirken antiseptisch, schmerzstillend und schweißtreibend.

In der traditionellen Medizin werden Auszüge, Abkochungen und Infusionen der Rinde und Wurzel zur Behandlung von Durchfall, Darmwürmern, Koliken, Dysenterie, Staphylokokken- und Streptokokkeninfektion, Sichelzellenanämie, Gastroenteritis, Fieber, Gonorrhöe und Harnröhrenentzündung  eingesetzt. Die Wurzel behandelt außerdem Geschwüre, Ödeme, Hämorriden, Abszesse, Schlangenbisse, Lepra, Syphilis, Arthritis, Bilharziose, Herpes, Hernie und rheumatische Schmerzen. Darüber hinaus wird die Wurzel vielfach als Tonikum sowie zur Behandlung von Zahnschmerzen eingesetzt und dient als desinfizierende Zahnputzstöckchen bzw. Bestandteil von Zahnpasta zur Prophylaxe.

Wissenschaftliche Studien legen zudem die Wirksamkeit von Fagara zanthoxyloides zur Behandlung von Prostatakrebs und Malaria nahe.

 

 

Quellen und weitere Informationen:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Fagara_zanthoxyloides
https://de.wikipedia.org/wiki/Zanthoxylum
http://www.keneya.net/fmpos/theses/2003/pharma/pdf/03P01.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25750297https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC538867/
https://www.facebook.com/151913544832921/photos/a.1029855093705424.1073741825.151913544832921/1029854980372102/?type=3
http://www.afriquebio.com/pages/plantes-medicinales-d-afrique/fagara-xanthoxyloides.html

4. Juni 2017

Brunnenbau

Hallo zusammen,

der schon lange angekündigte Brunnenbau ist in vollem Gange und demnächst erfolgreich abgeschlossen. Ihr erinnert Euch: Seit schon geraumer Zeit lieferte unser mehr als 10 Jahre alter Brunnen zwar noch Wasser, das gerade noch so für die Bewässerung unseres Heilpflanzengartens verwend-, aber eben nicht mehr trinkbar war. Jetzt kurz vor Beginn der Regenzeit war der ideale Zeitpunkt für den Neubau. Hier ein paar Bilder von der Baustelle:

Wir hatten ja um Spenden für den Neubau gebeten und einige Förderer haben uns daraufhin auch dafür extra bedacht; an dieser Stelle ganz herzlichen Dank dafür! Dieser hochwertige und auf Dauer ausgelegte Brunnen beansprucht unser Budget allerdings sehr, bitte erwägt weitere Zuwendungen an uns oder macht weitere wohlmeinende Menschen auf unser Tun aufmerksam! Vielen Dank noch einmal.

16. Mai 2017

Ecovillage Training in Kafountine

Vom achten bis zwölften Mai 2017 fand im Campement Kunja in Kafountine ein Ecovillage Training statt, welches von der Association Djina Bantang Ecovillage Network Kafountine (ADENK), dem People’s Coast Ecovillage Network, sowie der Sandele Foundation organisiert wurde. Koordiniert wurde die Veranstaltung von Simon Gibba von der Sandele Foundation.

Die Organisatoren erstreben die Transformation der an der Atlantik-Küste gelegenen senegalesischen Dörfer Kafountine, Dianna, Abene, Kabadio und Niafrang in Ökodörfer nach dem Vorbild des People’s Coast Ecovillage Networks in Gambia.

Ziel des Ecovillage Trainings waren

  • die Information der Teilnehmer über die Herausforderungen des Klimawandels
  • eine Einführung in die Ökodorf-Dimensionen – Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kultur und Whole System Design
  • eine Entwicklung der Küstendörfer, welche Resilienz und allgemeine Lebensumstände verbessert, die Umwelt schützt und auf den Klimawandel reagiert
  • das Verständnis und Engagement für die Ökodorf-Entwicklungsprinzipien
  • die Unterstützung der nationalen wie lokalen Regierungen, um die Ökodorf-Entwicklung in den Küstendörfern zu erleichtern
  • die Ausweitung der Entwicklung einer „Gemeinschaft von Gemeinschaften“ nach dem Vorbild des People’s Coast Ecovillage Networks

Als Mitglied der Association Djina Bantang Ecovillage Network Kafountine erhielt Sarsarale zwei Einladungen für die fünftägige Veranstaltung, welche von Oustas und mir wahrgenommen wurden. In Gruppenarbeit, Diskussionen, Vorträgen und Filmvorführungen wurden wir gemeinsam in die oben gelisteten Themen eingeführt. Auch wurde ich während des Trainings eingeladen die natürliche Medizin zu präsentieren: So hatte ich die Gelegenheit und Ehre am dritten Tag in einem Vortrag die Notwendigkeit der Naturheilkunde im Allgemeinen hervorzuheben, vier Heilpflanzen eingehend zu präsentierten (Euphorbia hirta, Aloe vera, Moringa oleifera, Artemisia annua), sowie unsere Projektarbeit vorzustellen. Der interaktive Vortrag wurde von den Teilnehmer des Trainings sehr gut angenommen, welche am Abend desselben Tages unseren Heilpflanzengarten besuchten.

Wir bedanken uns sehr bei den Veranstaltern und Teilnehmern für ihr nobles Engagement, die vielen interessanten Beiträge und den Austausch und die Vernetzung untereinander. Auf dass wir das edle Ziel erreichen und die Atlantik-Küste der Casamance von Kafountine bis nach Gambia in eine Gemeinschaft von Ökodörfern verwandeln! Djina bachna.

Für den 20.Mai ist die Auszeichnung der Teilnehmer mit einem Diplom in Gambia geplant.

Johannes Ortner

SARSARALE!

16. Mai 2017

Pflanze der Woche: Das indisches Wolfsmilchkraut (Euphorbia hirta) / Asthma Weed (engl.)

Das indische Wolfsmilchkraut (Euphorbia hirta, auch Mandinka Samanono genannt), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und wächst in den Tropen auf offenen Graslandschaften und Feldern, auf Wegen und an Straßenrändern.

Euphorbia hirta wirkt angstlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend. In der traditionellen Medizin Westafrikas wird das Kraut hauptsächlich gegen Durchfall, Ruhr, Asthma, Erkrankungen der Atemwege, Verstopfung und Darmkatarrh sowie zur Förderung der Produktion von Muttermilch verwendet. Des Weiteren wird Euphorbia hirta zur Beseitigung von Würmern und Amöben, zur Behandlung von Durchfall, Dysenterie, Cholera, sowie Harnleiterentzündung eingesetzt. Ebenso werden mit der Heilpflanze Dengue-Fieber, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und kleinere Wunden behandelt.

Verwendet werden die Abkochung des frischen Krauts sowie das getrocknete Blattpulver. Der Saft des Krautes wirkt außerdem gegen Koliken, zur Beseitigung von Warzen sowie zur Behandlung von grauem Star.

Quellen und weitere Informationen:
https://peerj.com/articles/671/
https://www.anamed-edition.com/de/euphorbia-hirta.html
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3249903/

4. Mai 2017

Pflanze der Woche: Der Kapokbaum (Ceiba pentandra) / Fromager (frz.)

Der Kapokbaum (Ceiba pentandra)  ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ceiba in der Unterfamilie der Wollbaumgewächse (Bombacoideae). Er ist einer der größten Bäume des tropischen Regenwaldes, der Wuchshöhen bis zu 75 Meter erreicht. Der Kapokbaum stammt ursprünglich aus dem tropischen Regenwald Westafrikas und Südamerikas und ist mittlerweile in den gesamten Tropen anzutreffen.

Seine Bedeutung für die Menschen in der Casamance sollte nicht unterschätzt werden: Aus dem Kapokbaum wird u. a. Kapok gewonnen, außerdem werden die Samen aufgrund ihres hohen Anteils an fettem Öl (bis zu 25 %) regional für die Herstellung von Seife oder Speiseöl verwendet. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung kommt Kapok auch bei der Wundversorgung zum Einsatz. Die Abkochung der Ceiba pentandra-Rinde wird als Diuretikum, Aphrodisiakum und zur Behandlung von Kopfschmerzen sowie Typ-2-Diabetes benutzt. In der traditionellen Medizin wird Kapok darüber hinaus benutzt um Durchfall, Bluthochdruck, Schwindelgefühl, Verstopfung, Fieber, Geschwüre, Lepra, Bronchitis, Dysenterie, Hautkrankheiten, Arthritis, Augenkrankheiten, Insektenstiche und Infektionen zu behandeln.

 

Quellen und weiter Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kapokbaum
http://www.complements-alimentaires.co/kapokier/#kapokier_proprietes_therapeutiques_et_medicinales
http://herbs-treatandtaste.blogspot.sn/2012/04/kapok-tree-saved-from-being-endangered.html
https://kapokfibersuppliers.com/14-benefits-of-kapok-fiber-disease-health-environment-life/
https://medicinalplants101.blogspot.sn/2012/10/kapok.html

3. Mai 2017

Projektbericht Mai 2017

Wie bereits im letzten Bericht angekündigt, haben wir unser Haus renoviert und durch den Einbau neuer Türen weitere separate Räume geschaffen. So haben wir einen Empfangsraum für Besucher und Kunden mit einem daran angeschlossenem Raum für die Apotheke für natürliche Medizin. Dort kann nun Pflanzenmaterial getrocknet, verarbeitet und in einem Regal sachgemäß gelagert werden. Zudem bauten wir ein großes Regal auf, in welchem aus unserer vielseitigen Literatur eine Bibliothek für Naturheilkunde, nachhaltige Landwirtschaft und afrikanische Geschichte und Kultur entsteht.

Erfreulicherweise hatten wir während der Touristensaison bis Ende März nahezu jeden Tag Besucher im Garten, welchen ich während der Führungen vor allem die verschiedenen Heilpflanzen im Garten näherbringe, sowie die Produkte der Apotheke und unsere nachhaltigen Technologien (Müllverbrennungsofen, solarthermische Anlage etc.) vorstelle. In der Baumschule wurde mit dem Verkauf von Jungpflanzen begonnen und wir konnten eine größere Bestellung für ein Permakulturprojekt nahe Cap Skirring an Land ziehen. Auch konnten in der Apotheke bereits einige Kräuterpulver, Tinkturen und Öle verkauft werden. Sante Yalla.

Zahlreiche Gäste und Freiwillige verbrachten teilweise mehrere Wochen in Sarsarale und haben sich je nach Fertigkeiten und Interessen im Projekt eingebracht.

Im April waren Anke, Jens mit seiner Tochter Paula, sowie Thomas und Meike mit ihren drei Kindern in Sarsarale und haben vollen Einsatz gezeigt. So wurde das Haus neu gestrichen, das Logo im Eingangsbereich erneuert, sowie die Seitenwand zum Heilpflanzengarten mit Illustrationen für den Gartenlehrpfad bemalt. Auch wurden neue Regale in der Küche gezimmert, Schlösser ausgewechselt, Wasserleitungen gelegt und Elektroinstallationen durchgeführt. Auch konnte Jens sehr viel teilweise gespendetes Material aus Deutschland mitbringen, welches im Projekt dringend gebraucht wird. Vielen Dank für all Eure Unterstützung; herzlich willkommen bald wieder!

Derzeit beschneiden wir einige Ölpalmen, um mehr Licht für die Solaranlage zu schaffen und drehen mit David, einem guten Freund aus Deutschland Videos rund ums Projekt, wofür wir einen YouTube-Kanal „Sarsarale“ starten wollen.

In der kommenden Zeit soll neben der täglichen Gartenarbeit

*die Apotheke um weitere Produkte (aus Garten- und Wildpflanzen) erweitert und mit Etiketten professionalisiert werden;

*die Bibliothek entstehen;

* der Gartenlehrpfad um weitere Pflanzenschilder (botanischer Namen, franz./engl. Bezeichnung, lokale Sprachen (Wolof, Mandinka, Diola), sowie Verwendungszweck) erweitert werden;

*die Baumschule und die Komposterzeugung gesteigert werden;

Wir haben viel zu tun und die Regenzeit steht vor der Tür. Bonne chance, inshallah!

Ausdrücklich vielen Dank an alle Unterstützer unseres Vereins und Projektes, seid gesegnet.

Johannes Ortner

SARSARALE!

28. Februar 2017

Veranstaltungshinweis

Hallo an alle, die am 13. März in Berlin sind: der Verein Soned e.V. hat uns eingeladen, unseren Verein und unsere Arbeit vorzustellen. Näheres findet Ihr hier.

Wir freuen uns über die Einladung und Euren Besuch!

28. Februar 2017

Rückblick auf 2016

Ok, oben hat Yohannes schon einen Ausblick auf 2016 gegeben, hier noch rückblickend eine Zusammenfassung auf 2016 – das erste Jahr, in dem Johannes ständig im Garten wohnte und arbeitete. Und das war deutlich zu spüren: der Garten entwickelt sich prächtig, neue Beete wurden angelegt und dementsprechend wachsen nun sehr viele neue Pflanzenarten. Unsere letztjährige Idee, eine Baumschule zu gründen, wurde flugs in die Tat umgesetzt: mittlerweile wachsen weit über 1000 Setzlinge bei uns, die in absehbarer Zukunft einen kleinen Beitrag leisten sollen, die durch Kahlschlag arg geschundene Casamance wiederaufzuforsten.

Aus den vielen weiteren positiven Entwicklungen möchten wir einige Punkte besonders herausheben: Es ist ein starkes Netzwerk ähnlicher Projekte in der Region entstanden, die sich regelmäßig treffen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Herausragendes Ergebnis dieser Zusammenarbeit war dann vom 16. bis 22. Dezember 2016 die Convergence Permaculture im heiligen Wald von Kafountine. Über mehrere Tage gab es dort Workshops zu Permakultur, natürlicher Medizin, erneuerbaren Energien und ein Leben in Nachhaltigkeit. Sehr viele Besucher fanden den Weg zum Festival und eben auch in den Garten von Sarsarale e.V., denn wir haben das Treffen mitorganisiert und -gestaltet. Johannes hat über die Heilpflanze Artemisia annua referiert und beim Besuch in unserem Garten wurden unter anderem die bei uns kultivierten Nutz- und Heilpflanzen, die solarthermische Anlage und vor allem unser Müllverbrennungsofen demonstriert und erklärt.

Zusammen mit mehreren Partnern war Sarsarale an Konzept und Aufbau eines Gemeinschaftsgartens nach Permakultur-Richtlinien in Kafountine beteiligt. In Zusammenarbeit mit mehreren Partnern entstand ein Gemüsegarten, der nun von einer Frauengruppe bestellt wird – Samen und Jungpflanzen für den Start kamen ebenfalls von Sarsarale e.V.

Wir haben weitere Arbeitsplätze geschaffen: Neben Johannes und Oustas arbeiten jetzt auch noch 2 weitere Einheimische (Alex und Soro) regelmäßig im Garten. Wir produzieren dabei auch immer mehr: es entsteht so langsam unsere eigene Apotheke mit Pflanzen und Produkten aus dem Garten. Vor kurzem hat Jens noch ein Bewässerungssystem mit Sprinklern installiert: wir fördern also nicht mehr nur unser Wasser mit der Kraft der Sonne, sondern gießen auch mit ihr…

Als nun fast schon traditionellen letzten Akt im Jahr hatten wir auch dieses Mal auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin einen Verkaufsstand: wir präsentieren unseren Verein und verkaufen allerlei Weihnachtliches, was unserer Öffentlichkeitsarbeit und der Spendenkasse zugutekommt. Schon im späten Frühjahr wird Jens erneut nach Kafountine reisen, dann wird vor Beginn der Regenzeit der neue Brunnen gebohrt – dieser liefert momentan zwar noch Brauchwasser für den Garten, aber eben kein Trinkwasser mehr. Es haben uns schon einige Spenden für den Brunnenbau erreicht (vielen Dank!), den Rest hoffen wir mit Mitteln öffentlicher Fördergelder bestreiten zu können.

Es gibt also weiterhin viel zu tun! Und das sehr gerne auch weiterhin mit Ihrer finanziellen Unterstützung.