Vereinsgeschichte

2014/2015
Wir haben von der Hans-Böckler-Stiftung eine neue solare Wasserpumpe teilfinanziert bekommen, die restliche Finanzierung wird über Privatspenden gedeckt. Herzlichen Dank! Jens und Markus renovieren im Frühjahr die gesamte Elektroinstallation im Garten und bauen die neue solare Wasserpumpe ein. Die Zusammenarbeit mit ArtOasis und der Satang Jabang Mädchenschule wurden vertieft, dort ist mittlerweile ein prächtiger tropischer Heilpflanzengarten nach unserem Vorbild entstanden. Für die Schule bauen wir zusammen mit einer örtlichen Schreinerei 3 solare Tunneltrockner. Der Verein richtet sich noch stärker zum Thema Nachhaltigkeit aus – unser Heilpflanzengarten soll zukünftig zu einer Art Projektgarten werden zur Nutzung auch für Partnerorganisationen. Wir arbeiten an der Finanzierung für den serienreifen Bau mehrerer Kastentrockner für die Mädchenschule und andere Interessierte. Wir erfahren weiter Unterstützung durch die Menschen von Green Desert, vielen Dank! In Deutschland nehmen wir an mehreren Fortbildungen zu Fundraising, Permakulturanbau, Projektarbeit und nachhaltiger Sanitärversorgung teil.

2013/2014
Im Jama-Rek-Garten werden auf diversen Gebäuden des Gartens Photovoltaik-Anlagen installiert, die mit der diesjährigen Versorgungsfahrt von Antje und Lars in den Garten gebracht worden sind. Die Anlage ermöglicht Abendbeleuchtung, das Laden von Elektrogeräten, das Abspielen von Musik und anderen elektronischen Komfort. Der Heilpflanzengarten wurde räumlich vom restlichen Gelände mit einer niedrigen Mauer abgetrennt, die auch als Sitzgelegenheit für größere Gruppen dienen kann. Um den Aspekt der Umwelt- und Ressourcenschonung voranzubringen, wird ein Müllverbrennungsofen gebaut. Die Zusammenarbeit mit Artoasis und Oustas wird mit Verträgen offiziell geregelt, in denen der Verein seinen Partnern langfristige Perspektiven schafft. Das Klang- & Tanzhaus unterstützt den Verein mit den Überschüssen seines Sommerfestivals, herzlichen Dank! Im Winter besuchen Vereinsmitglieder Seminare der German Toilet Organization (GTO) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken.

Die Kooperation mit Green Dessert e.V. wird ausgebaut und etliche Neumitglieder bringen neuen Elan und Ideen in den Verein. Es entstehen Arbeitsgruppen, die sich um Förderanträge oder die Homepage kümmern; regelmäßige Arbeitstreffen finden nun in Berlin statt. Die Zielsetzung, die Arbeit und das Aufgabenverständnis des Vereins erweitern sich und so verfolgen wir unsere Ziele nun auch verstärkt in Deutschland und Europa. Wie selbstverständlich kristallisiert sich eine Art neues Vereins-Motto heraus: „Bildung. Gesundheit. Menschenrechte. Überallhin!“

2012/2013
Die diesjährige Versorgungsfahrt in den Jama-Rek-Garten unternehmen Anja und Thomas. Anja initiiert in der Folge eine Zusammenarbeit mit dem Prinzessinnengarten in Berlin auf dem Tempelhofer Feld, wo ein Schaubeet des Vereins mit Artemisia annua entsteht.

Im Jama-Rek-Garten wird in der zweiten Hütte eine massive Tür eingebaut und eine bauliche Verbindung zwischen dem Gärtnerhaus und dem Sarsarale-Raum geschaffen. Die Art zu gärtnern wurde im Garten auf Methoden der Permakultur umgestellt, was auf lange Sicht ressourcenschonender ist. In diesem Zusammenhang wurde die Kooperation mit Artoasis gesucht, die auf Systeme der Permakultur spezialisiert sind. Unser langjähriger Gärtner und Freund Mactar hatte seine Position im Garten aufgegeben, um für sich und seine Familie ein Leben in Deutschland aufzubauen. Sein Nachfolger wird Oustas, der dem Verein seit vielen Jahren bekannt ist – wir sind froh, ihn als Gärtner gewonnen zu haben. In Berlin findet die zweite Mitgliederversammlung satt, an deren Ende ein neu aufgestellter Vorstand die Arbeit aufnimmt.

2011/2012
Die erste Mitgliederversammlung nach der Gründungssitzung in Heidelberg findet Ende März in Witzenhausen statt. Christina Boye und Christina Davis schreiben in Zusammenarbeit mit dem Verein über ihre botanischen Versuche im Jama-Rek-Garten jeweils eine Bachelorarbeit über die Anbaubedingungen von Artemisia annua in Westafrika. Der Forschungsaufenthalt fand interessanterweise streckenweise zur Regenzeit statt. Im September 2012 findet ein weiteres Treffen in Berlin statt, u.a. mit einem Wiki-Workshop. Zu Werbe- und Spendenzwecken bedruckt der Verein im Siebdruckverfahren fair gehandelte und ökologisch hergestellte Jutebeutel. Bei der Gesellschaft für nachhaltige Entwicklung (GNE) in Witzenhausen entsteht in handwerklichem Eigenbau eine solarthermische Anlage, die irgendwann ihren Weg in den Garten finden soll. Während des Zusammenbaus wird jeder Schritt akribisch dokumentiert, um anhand der so entstehenden Anleitung Workshops in Afrika halten zu können. Im selben Jahr intensivierte sich die Zusammenarbeit mit Green Desert e.V., als Vereinsmitglieder den Workshop von Green Desert e.V. und der Lebenshilfe Werkstatt Seelze „Selbstbau von Kleinwindkraftanlagen“ besuchten. Insgesamt setzt sich der Verein stark mit erneuerbaren Energien und nachhaltigen Konzepten auseinander. Der Musiker Isiah Shaka produziert ein tolles Musikvideo, das in großen Teilen im Jama-Rek-Garten gedreht wird.

2010/2011
In diesem Jahr erhalten Küche und Gemeinschaftshaus Dach und Elektrizität. Eine neue Toilette wird gebaut und das Dach der zweiten Hütte fertiggestellt. Zur Bewältigung der anfallenden Heilkräuterernte wird ein zweiter Solartrockner gebaut. Viele der benötigten Materialien wurden hierzu erneut über eine Versorgungsfahrt in den Garten geschafft.

Wir fahren eine reiche Ernte an Lemongras und Ölpalmfrüchten ein, die zu Öl weiterverarbeitet wurden. Die ersten Zitrusbäume werden angepflanzt. Der Verein kann im Rahmen seiner Bildungsarbeit die Zusammenarbeit mit Dr. Sanjang ausbauen.

2009/2010
Der damalige Projektaufenthalt beginnt mit einer Versorgungsfahrt in den Garten, denn es stehen wieder etliche Bauprojekte auf dem Plan. Zur ökologisch sinnvollen Verarbeitung der Heilkräuter wird ein Solartrockner gebaut und viele weitere Jungpflanzen im Garten ausgebracht, darunter ein hoher Anteil an Artemisia-Setzlingen. An baulichen Einrichtungen im Garten kommen in diesem Jahr das Fundament einer zweiten Hütte hinzu, Küche und Gemeinschaftshaus werden funktionsfähig errichtet.

In Heidelberg wird der Verein amtsgerichtlich in das Vereinsregister eingetragen und erhält ein neues Logo. Mit neuen Flyern und Aufklebern macht der Verein Werbung in eigener Sache mit einem eigenen Stand auf dem Fusion-Festival.

2008/2009
In diesem Jahr findet die erste Bildungsveranstaltung in Jama-Rek-Garten statt: ein mehrtägiges Seminar zum Artemisia-Projekt der Organisation „Anamed“, das von vielen Besuchern aus Europa und Afrika besucht wird. Im Verlauf der Veranstaltung wird die Schaffung eines Heilpflanzen-Gartens auf dem Jama-Rek-Gelände beschlossen und umgesetzt. Die ersten Heilpflanzen werden gepflanzt, die Mangobäume tragen das erste Mal Früchte. Das islamische Opferfest wird mit Freunden und Nachbarn im Garten gefeiert (tabaski) und dem Brauch gemäß eine Ziege geschlachtet.

Für einen noch besseren Schutz vor herumziehenden Haustieren wird der Zaun mit wehrhaften Pflanzen bepflanzt und mit einem Fischernetz versehen. Der Eingang erhielt aus demselben Grund ein stabiles Tor. Jens unternimmt mit Philine und Paula eine weitere Versorgungsfahrt in den Garten.

2005/2006
Im zweiten Projektaufenthalt werden weitere wichtige Einrichtungen im Garten gebaut: eine Toilette, eine Freiluftdusche, für das große Rundhaus werden die Fundamente gelegt und der Rohbau errichtet. Außerdem entstehen das Haus des Gärtners Mactar und ein Lagerhaus, der spätere Sarsarale-Raum. Der Brunnen erhält eine feste Ummauerung.

All dies ist mit gehörigem Aufwand verbunden. Um die Backsteine herzustellen, werden jede Menge LKW-Ladungen Sand, Muscheln und Zement herantransportiert. Für die Dachstühle und Dächer braucht es Balken, Palmholz und Wellblech und natürlich etliches an Schrauben und Nägeln.

Alles, was vor Ort nicht oder nur unangemessen teuer erhältlich ist, muss in Überlandfahrten umständlich in den Senegal geschafft werden. Solche Versorgungsfahrten zu organisieren ist ein großer Aufwand: die Busse werden speziell für die Fahrt angeschafft und ausgestattet. Sie müssen eine mehrere tausend Kilometer lange Fahrt auch durch unwegsames Gelände überstehen, ihrer Besatzung als Unterkunft dienen und große Mengen Material transportieren. Außerdem verlangen manche Länder umständliche und meist teure Zollabfertigungen und am Ende soll das Gefährt ja auch noch möglichst ohne Verlust verkauft werden. In diesem Jahr werden die ersten Pflanzen ausgebracht und der Baum der Reisenden gepflanzt, womit ab diesem Zeitpunkt von einem Garten gesprochen werden kann.

2004/2005
Die Geschichte des Vereins beginnt 2004 mit einer Busreise in den Westen Afrikas und dem Erwerb des Grundstücks für den Jama-Rek-Garten. Das Grundstück liegt zu diesem Zeitpunkt abseits der Wege und muss in mühsamer Handarbeit erschlossen werden. Ein Weg wird in den Busch geschlagen, ein erster Brunnen gebohrt und das Grundstück wird mit einem Zaun zum Schutz vor Ziegen und Kühen umschlossen. Nicht weniger aufwendig ist die Eintragung ins Kataster. Am Ende eines arbeitsreichen Aufenthalts ist alles vorhanden, was man für einen Garten so braucht.