16. Mai 2017

Ecovillage Training in Kafountine

Vom achten bis zwölften Mai 2017 fand im Campement Kunja in Kafountine ein Ecovillage Training statt, welches von der Association Djina Bantang Ecovillage Network Kafountine (ADENK), dem People’s Coast Ecovillage Network, sowie der Sandele Foundation organisiert wurde. Koordiniert wurde die Veranstaltung von Simon Gibba von der Sandele Foundation.

Die Organisatoren erstreben die Transformation der an der Atlantik-Küste gelegenen senegalesischen Dörfer Kafountine, Dianna, Abene, Kabadio und Niafrang in Ökodörfer nach dem Vorbild des People’s Coast Ecovillage Networks in Gambia.

Ziel des Ecovillage Trainings waren

  • die Information der Teilnehmer über die Herausforderungen des Klimawandels
  • eine Einführung in die Ökodorf-Dimensionen – Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kultur und Whole System Design
  • eine Entwicklung der Küstendörfer, welche Resilienz und allgemeine Lebensumstände verbessert, die Umwelt schützt und auf den Klimawandel reagiert
  • das Verständnis und Engagement für die Ökodorf-Entwicklungsprinzipien
  • die Unterstützung der nationalen wie lokalen Regierungen, um die Ökodorf-Entwicklung in den Küstendörfern zu erleichtern
  • die Ausweitung der Entwicklung einer „Gemeinschaft von Gemeinschaften“ nach dem Vorbild des People’s Coast Ecovillage Networks

Als Mitglied der Association Djina Bantang Ecovillage Network Kafountine erhielt Sarsarale zwei Einladungen für die fünftägige Veranstaltung, welche von Oustas und mir wahrgenommen wurden. In Gruppenarbeit, Diskussionen, Vorträgen und Filmvorführungen wurden wir gemeinsam in die oben gelisteten Themen eingeführt. Auch wurde ich während des Trainings eingeladen die natürliche Medizin zu präsentieren: So hatte ich die Gelegenheit und Ehre am dritten Tag in einem Vortrag die Notwendigkeit der Naturheilkunde im Allgemeinen hervorzuheben, vier Heilpflanzen eingehend zu präsentierten (Euphorbia hirta, Aloe vera, Moringa oleifera, Artemisia annua), sowie unsere Projektarbeit vorzustellen. Der interaktive Vortrag wurde von den Teilnehmer des Trainings sehr gut angenommen, welche am Abend desselben Tages unseren Heilpflanzengarten besuchten.

Wir bedanken uns sehr bei den Veranstaltern und Teilnehmern für ihr nobles Engagement, die vielen interessanten Beiträge und den Austausch und die Vernetzung untereinander. Auf dass wir das edle Ziel erreichen und die Atlantik-Küste der Casamance von Kafountine bis nach Gambia in eine Gemeinschaft von Ökodörfern verwandeln! Djina bachna.

Für den 20.Mai ist die Auszeichnung der Teilnehmer mit einem Diplom in Gambia geplant.

Johannes Ortner

SARSARALE!

16. Mai 2017

Pflanze der Woche: Das indisches Wolfsmilchkraut (Euphorbia hirta) / Asthma Weed (engl.)

Das indische Wolfsmilchkraut (Euphorbia hirta, auch Mandinka Samanono genannt), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und wächst in den Tropen auf offenen Graslandschaften und Feldern, auf Wegen und an Straßenrändern.

Euphorbia hirta wirkt angstlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend. In der traditionellen Medizin Westafrikas wird das Kraut hauptsächlich gegen Durchfall, Ruhr, Asthma, Erkrankungen der Atemwege, Verstopfung und Darmkatarrh sowie zur Förderung der Produktion von Muttermilch verwendet. Des Weiteren wird Euphorbia hirta zur Beseitigung von Würmern und Amöben, zur Behandlung von Durchfall, Dysenterie, Cholera, sowie Harnleiterentzündung eingesetzt. Ebenso werden mit der Heilpflanze Dengue-Fieber, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und kleinere Wunden behandelt.

Verwendet werden die Abkochung des frischen Krauts sowie das getrocknete Blattpulver. Der Saft des Krautes wirkt außerdem gegen Koliken, zur Beseitigung von Warzen sowie zur Behandlung von grauem Star.

Quellen und weitere Informationen:
https://peerj.com/articles/671/
https://www.anamed-edition.com/de/euphorbia-hirta.html
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3249903/

4. Mai 2017

Pflanze der Woche: Der Kapokbaum (Ceiba pentandra) / Fromager (frz.)

Der Kapokbaum (Ceiba pentandra)  ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ceiba in der Unterfamilie der Wollbaumgewächse (Bombacoideae). Er ist einer der größten Bäume des tropischen Regenwaldes, der Wuchshöhen bis zu 75 Meter erreicht. Der Kapokbaum stammt ursprünglich aus dem tropischen Regenwald Westafrikas und Südamerikas und ist mittlerweile in den gesamten Tropen anzutreffen.

Seine Bedeutung für die Menschen in der Casamance sollte nicht unterschätzt werden: Aus dem Kapokbaum wird u. a. Kapok gewonnen, außerdem werden die Samen aufgrund ihres hohen Anteils an fettem Öl (bis zu 25 %) regional für die Herstellung von Seife oder Speiseöl verwendet. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung kommt Kapok auch bei der Wundversorgung zum Einsatz. Die Abkochung der Ceiba pentandra-Rinde wird als Diuretikum, Aphrodisiakum und zur Behandlung von Kopfschmerzen sowie Typ-2-Diabetes benutzt. In der traditionellen Medizin wird Kapok darüber hinaus benutzt um Durchfall, Bluthochdruck, Schwindelgefühl, Verstopfung, Fieber, Geschwüre, Lepra, Bronchitis, Dysenterie, Hautkrankheiten, Arthritis, Augenkrankheiten, Insektenstiche und Infektionen zu behandeln.

 

Quellen und weiter Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kapokbaum
http://www.complements-alimentaires.co/kapokier/#kapokier_proprietes_therapeutiques_et_medicinales
http://herbs-treatandtaste.blogspot.sn/2012/04/kapok-tree-saved-from-being-endangered.html
https://kapokfibersuppliers.com/14-benefits-of-kapok-fiber-disease-health-environment-life/
https://medicinalplants101.blogspot.sn/2012/10/kapok.html

3. Mai 2017

Projektbericht Mai 2017

Wie bereits im letzten Bericht angekündigt, haben wir unser Haus renoviert und durch den Einbau neuer Türen weitere separate Räume geschaffen. So haben wir einen Empfangsraum für Besucher und Kunden mit einem daran angeschlossenem Raum für die Apotheke für natürliche Medizin. Dort kann nun Pflanzenmaterial getrocknet, verarbeitet und in einem Regal sachgemäß gelagert werden. Zudem bauten wir ein großes Regal auf, in welchem aus unserer vielseitigen Literatur eine Bibliothek für Naturheilkunde, nachhaltige Landwirtschaft und afrikanische Geschichte und Kultur entsteht.

Erfreulicherweise hatten wir während der Touristensaison bis Ende März nahezu jeden Tag Besucher im Garten, welchen ich während der Führungen vor allem die verschiedenen Heilpflanzen im Garten näherbringe, sowie die Produkte der Apotheke und unsere nachhaltigen Technologien (Müllverbrennungsofen, solarthermische Anlage etc.) vorstelle. In der Baumschule wurde mit dem Verkauf von Jungpflanzen begonnen und wir konnten eine größere Bestellung für ein Permakulturprojekt nahe Cap Skirring an Land ziehen. Auch konnten in der Apotheke bereits einige Kräuterpulver, Tinkturen und Öle verkauft werden. Sante Yalla.

Zahlreiche Gäste und Freiwillige verbrachten teilweise mehrere Wochen in Sarsarale und haben sich je nach Fertigkeiten und Interessen im Projekt eingebracht.

Im April waren Anke, Jens mit seiner Tochter Paula, sowie Thomas und Meike mit ihren drei Kindern in Sarsarale und haben vollen Einsatz gezeigt. So wurde das Haus neu gestrichen, das Logo im Eingangsbereich erneuert, sowie die Seitenwand zum Heilpflanzengarten mit Illustrationen für den Gartenlehrpfad bemalt. Auch wurden neue Regale in der Küche gezimmert, Schlösser ausgewechselt, Wasserleitungen gelegt und Elektroinstallationen durchgeführt. Auch konnte Jens sehr viel teilweise gespendetes Material aus Deutschland mitbringen, welches im Projekt dringend gebraucht wird. Vielen Dank für all Eure Unterstützung; herzlich willkommen bald wieder!

Derzeit beschneiden wir einige Ölpalmen, um mehr Licht für die Solaranlage zu schaffen und drehen mit David, einem guten Freund aus Deutschland Videos rund ums Projekt, wofür wir einen YouTube-Kanal „Sarsarale“ starten wollen.

In der kommenden Zeit soll neben der täglichen Gartenarbeit

*die Apotheke um weitere Produkte (aus Garten- und Wildpflanzen) erweitert und mit Etiketten professionalisiert werden;

*die Bibliothek entstehen;

* der Gartenlehrpfad um weitere Pflanzenschilder (botanischer Namen, franz./engl. Bezeichnung, lokale Sprachen (Wolof, Mandinka, Diola), sowie Verwendungszweck) erweitert werden;

*die Baumschule und die Komposterzeugung gesteigert werden;

Wir haben viel zu tun und die Regenzeit steht vor der Tür. Bonne chance, inshallah!

Ausdrücklich vielen Dank an alle Unterstützer unseres Vereins und Projektes, seid gesegnet.

Johannes Ortner

SARSARALE!

28. Februar 2017

Veranstaltungshinweis

Hallo an alle, die am 13. März in Berlin sind: der Verein Soned e.V. hat uns eingeladen, unseren Verein und unsere Arbeit vorzustellen. Näheres findet Ihr hier.

Wir freuen uns über die Einladung und Euren Besuch!

28. Februar 2017

Rückblick auf 2016

Ok, oben hat Yohannes schon einen Ausblick auf 2016 gegeben, hier noch rückblickend eine Zusammenfassung auf 2016 – das erste Jahr, in dem Johannes ständig im Garten wohnte und arbeitete. Und das war deutlich zu spüren: der Garten entwickelt sich prächtig, neue Beete wurden angelegt und dementsprechend wachsen nun sehr viele neue Pflanzenarten. Unsere letztjährige Idee, eine Baumschule zu gründen, wurde flugs in die Tat umgesetzt: mittlerweile wachsen weit über 1000 Setzlinge bei uns, die in absehbarer Zukunft einen kleinen Beitrag leisten sollen, die durch Kahlschlag arg geschundene Casamance wiederaufzuforsten.

Aus den vielen weiteren positiven Entwicklungen möchten wir einige Punkte besonders herausheben: Es ist ein starkes Netzwerk ähnlicher Projekte in der Region entstanden, die sich regelmäßig treffen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Herausragendes Ergebnis dieser Zusammenarbeit war dann vom 16. bis 22. Dezember 2016 die Convergence Permaculture im heiligen Wald von Kafountine. Über mehrere Tage gab es dort Workshops zu Permakultur, natürlicher Medizin, erneuerbaren Energien und ein Leben in Nachhaltigkeit. Sehr viele Besucher fanden den Weg zum Festival und eben auch in den Garten von Sarsarale e.V., denn wir haben das Treffen mitorganisiert und -gestaltet. Johannes hat über die Heilpflanze Artemisia annua referiert und beim Besuch in unserem Garten wurden unter anderem die bei uns kultivierten Nutz- und Heilpflanzen, die solarthermische Anlage und vor allem unser Müllverbrennungsofen demonstriert und erklärt.

Zusammen mit mehreren Partnern war Sarsarale an Konzept und Aufbau eines Gemeinschaftsgartens nach Permakultur-Richtlinien in Kafountine beteiligt. In Zusammenarbeit mit mehreren Partnern entstand ein Gemüsegarten, der nun von einer Frauengruppe bestellt wird – Samen und Jungpflanzen für den Start kamen ebenfalls von Sarsarale e.V.

Wir haben weitere Arbeitsplätze geschaffen: Neben Johannes und Oustas arbeiten jetzt auch noch 2 weitere Einheimische (Alex und Soro) regelmäßig im Garten. Wir produzieren dabei auch immer mehr: es entsteht so langsam unsere eigene Apotheke mit Pflanzen und Produkten aus dem Garten. Vor kurzem hat Jens noch ein Bewässerungssystem mit Sprinklern installiert: wir fördern also nicht mehr nur unser Wasser mit der Kraft der Sonne, sondern gießen auch mit ihr…

Als nun fast schon traditionellen letzten Akt im Jahr hatten wir auch dieses Mal auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin einen Verkaufsstand: wir präsentieren unseren Verein und verkaufen allerlei Weihnachtliches, was unserer Öffentlichkeitsarbeit und der Spendenkasse zugutekommt. Schon im späten Frühjahr wird Jens erneut nach Kafountine reisen, dann wird vor Beginn der Regenzeit der neue Brunnen gebohrt – dieser liefert momentan zwar noch Brauchwasser für den Garten, aber eben kein Trinkwasser mehr. Es haben uns schon einige Spenden für den Brunnenbau erreicht (vielen Dank!), den Rest hoffen wir mit Mitteln öffentlicher Fördergelder bestreiten zu können.

Es gibt also weiterhin viel zu tun! Und das sehr gerne auch weiterhin mit Ihrer finanziellen Unterstützung.

18. Februar 2017

Sarsarale im neuen Jahr 2017

Nach der erfolgreichen ersten Edition der Convergence Permaculture in Kafountine geht Sarsarale bestärkt und inspiriert ins neue Jahr 2017.

Den Jahreswechsel verbrachten Jens und Yohanes im Norden Senegals, wo wir neben einer Hochzeit von Freunden auch das Hopital Traditionnel de Keur Massar in Dakar besuchten. Die seit 1980 bestehende und international bekannte Klinik ist führend im Bereich traditioneller Medizin im Senegal und umfasst einen ca. drei Hektar großen Heilpflanzengarten, sowie eine größere Apotheke mit vielfältigem Angebot an Heilkräutermischungen, Salben und weiteren Arzneien. Innerhalb eines halben Tages konnten wir einiges lernen und knüpften einen für Sarsarale wichtigen Kontakt. Auch wurden wir eingeladen, dort mehrere Wochen zu verbringen, um mit den Heilern zu arbeiten und unser Wissen zu erweitern. Yohanes und Zoro werden diese Chance möglichst bald ergreifen…

Zurück in der Casamance während der Reisernte machten wir uns gleich daran, den auf den Feldern verbleibenden Reisstroh zu transportieren, um damit die Beete im Garten zu mulchen. Mithilfe des technischen Knowhows von Jens installierten wir innerhalb weniger Tage ein von unserer Solarpumpe betriebenes Sprinklersystem im Heilpflanzengarten. Wir freuen uns sehr über die immense Arbeitserleichterung wie auch über den Vorbildcharakter dieser nachhaltigen Technologie mit enormem Potential in Afrika. Wir lassen die Sonne gießen… Mit neuen Ersatzteilen aus Dakar gelang es außerdem, die solarthermische Anlage zu installieren, sodass uns nun bei Bedarf auch ohne Energieaufwand von Holz, Kohle oder Gas, heißes Wasser zur Verfügung steht. Merci.

Darüber hinaus wurde ein weiteres Hügelbeet angelegt, der Garten mit einer neuen Kultur von Artemisia annua und Moringa oleifera bepflanzt, sowie die entstehende Apotheke erweitert. Unsere bestehenden Gebäude werden zur besseren Nutzung derzeit umgebaut, eine neue Dusche wird gemauert und wir planen die Errichtung weiterer Häuser auf dem Grundstück, um Freiwillige besser beherbergen zu können. Hierfür bitten wir um finanzielle Unterstützung. Abaraka. Nach einer kurzen Pause wurde auch die Arbeit unserer „Montagsgruppe“ – bestehend aus verschiedenen Projekten im Bereich Permakultur – wieder aufgenommen. Die kommende Zeit will Sarsarale neben der Ausweitung der bestehenden Projekte von Komposterzeugung, Baumschule und natürlicher Apotheke der Anlage eines Lehrpfades durch den Heilpflanzengarten widmen.

Alles Gute und viele Grüße aus der Casamance – Sarsarale !

8. Januar 2017

Führung durch den „Jama Rek“ Garten von Sarsarale

Hallo zusammen,

zum Programm des Convergence Permaculture Festivals (siehe unten) gehörte auch eine Führung durch den „Jama Rek“ Projektgarten von Sarsarale. Yohannes führte die Besucher, gab eine Einführung zu Aufbau und Geschichte und stellte natürlich etliche Heilpflanzen vor.

Jens präsentierte unseren Müllverbrennungsofen, unsere solaren Tunneltrockner sowie die solarthermische Anlage, erklärte die Anwendung sowie Sinn und Vorteile dieser Einrichtungen. Erklärt wurde auch, wie durch Produktion und Anwendung derartiger Geräte Einkommen generiert werden kann. Es gab etliche Fragen und großes Interesse; nur ein paar Tage später erhielten wir eine Anfrage und werden Anfang Januar einen weiteren Ofen im Nachbardorf Abene bauen. Sarsarale: unsere Ideen sind auf den Weg nach Überall:-)

Alles in allem ein großer Erfolg!

Unterstützt uns bitte auch weiterhin, damit wir unsere Arbeit hier fortsetzen können – denn es gibt viel zu tun und wir haben große Pläne.

Danke, Merci, Deredief