Die Baumschule

Die Casamance ist Richtung Süden der Anfang des Tropengürtels Afrikas, aber die Wüste lauert nicht weit entfernt und rückt stetig näher. Hauptgrund ist der hohe und unkontrollierte Holzeinschlag: Holz ist immer noch der Energielieferant, es dient zum Kochen in der Küche, zum Bau von Häusern und Booten.Überweidung und Jagd im Zusammenspiel mit einer immer weiter wachsenden Bevölkerung tun ihr Übriges, die Casamance zu entwalden. In Kafountine kommt noch ein weiteres, gewichtiges Problem hinzu: Die Gegend ist traditionell ein Zentrum des Fischfangs in Westafrika. Die großen Mengen Fisch, die hier immer noch gefangen werden, werden in großen Anlagen hinter dem Strand über offenem Feuer getrocknet und geräuchert (auf dem Luftbild zu erkennen sind die eng nebeneinander stehenden, offenen Bauten, in denen dies geschieht – was dies gesundheitlich für die dort arbeitenden Menschen bedeutet, kann man sich vorstellen). Dies ist ein bedeutender regionaler Wirtschaftszweig, nicht nur Fischer leben vom Verkauf des Trockenfischs nach ganz Westafrika, sondern auch die Menschen, die von immer weiter her aus dem Umland die enormen benötigten Holzmengen herbeischaffen.

Wiederaufforstung findet kaum statt. Die Folgen der Entwaldung für Mensch und Umwelt werden sich durch den sich bereits abzeichnenden Klimawandel noch verstärken. Zu diesen zählen die steigende Wasserknappheit, das Verschwinden von Acker,- und Weideböden, das Ausbreiten der Wüste und natürlich all die Konflikte und Tragödien, die sich auf Grundlage dieser Verknappung entfalten werden. Der Klimawandel wird die Gegend hart treffen, obgleich sie von jeher eher ein von der Natur begünstigter Flecken war. In anderen Teilen Afrikas, beispielsweise im benachbarten Mauretanien, lässt sich diese Zukunft bereits mit Händen greifen.

Um wenigstens die Voraussetzungen zur Wiederaufforstung  zu schaffen, haben wir eine Baumschule gegründet und angefangen, Mahagoni, Moringa und viele andere tropische Bäume mit Samen aus der Region zu ziehen. Schon ganz zu Anfang haben wir einen Auftrag über 500 Setzlinge für ein Projekt in Guinea Bissau erhalten, die wir mittelfristig ausliefern werden. Außerdem haben wir auf dem Weihnachtsmarkt „Schenke-einen-Baum“-Postkarten verkauft, mit deren Erwerb der Käufer unser Vorhaben unterstützen kann.

Stand Anfang 2017 wachsen schon mehr als 1000 Jungbäume, hiervon relativ viel Moringa oleifera, Tamarindus indica und Annona muricata, einen Detarium microcarpum (Ditta), etwas Delonix regia (Flamboyant) und Psidium guajava (Guave), ein paar Persea americana (Avocado) sowie Kalebassen-Bäume. Wir haben viel Saatgut von Cassia sieberiana (Sindiang) und  etwas von Combretum micranthum (Kenkiliba), welches demnächst gesät wird. Bald wird Kaya senegalensis (Kaisedra) Samen tragen, wovon dann auch gesät wird. Tulukunu-Samen gibt es erst wieder zur Regenzeit.
Grundsätzlich möchten wir mit der Baumschule
  • die Kultivierung, Verwendung und Bewahrung von heilkräftige Buschbäumen (welche in der Natur bedroht sind!), fördern
  • besonders wertvolle Medizinalpflanzen wie Moringa, Neem, Jatropha etc. vermehren
  • Fruchtbäume, welche in der Region nicht monokulturell angebaut und somit oftmals vernachlässigt werden promoten (wie z.B. Ditta, Guava)
  • durchaus auch Bauholz kultivieren, wenn deren Anbau gleichzeitig aus ökologischer und medizinischer Sicht sinnvoll ist (z.B. Kaya senegalensis).

Wir werden Aufklärungsarbeit leisten und unsere Setzlinge an Interessenten gegen einen symbolischen Preis abgeben.

Uns ist bewusst, dass wir einen langen Weg vor uns haben.

Stand Dezember 2017 haben wir u.a. folgende Setzlingsarten in der Baumschule.